Stimme Christi

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”Und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.” (Joh 10,4)

Gebet ist immer persönlich. Denn im Gebet geht es nicht um eine Pflicht, sondern um die Beziehung zu Gott, zu Christus. Wenn nun im Johannesevangelium, welches wir am IV. Sonntag der Osterzeit lesen, vom „Erkennen der Stimme Christi“ die Rede ist, dann fragen wir uns schnell, ob dies denn wirklich auch unsere Erfahrung ist und sein kann.

Oft dürfen wir es wagen, diese Frage positiv zu beantworten. Denn tief im Herzen wissen wir, wie die Stimme Gottes klingt. Tief im Inneren haben wir alle erfahren, was es heißt, Christi Ruf zu vernehmen und Ihm zu folgen. Es ist wie bei Instrumenten, die nur bei stimmiger Spielweise anfangen, ihre ganze Schwingungskraft und somit auch ihr volles Tonvolumen zu entfalten. Beim Geigespielen erzeugt zu viel Bogendruck auf die Saite einen gepressten Ton. Ein zu kraftloses Spiel entwickelt jedoch die ganze Klangfülle der Geige ebenso wenig.

Gebet hilft uns, innerlich im Schweigen zu wachsen, um genau diesen Punkt zu finden, diese Mitte, in der die Saiten in unserem tiefsten Inneren zum Klingen kommen. Das ist der Moment im Gebet, wenn wir merken, dass nun wirklich eine Verbindung entstanden ist zwischen dem Herzen Christi und meinem eigenen Herzen. Ein Moment, in dem Sein Wille nicht durch äußeren Druck, dem ich mich widersetzen möchte, sondern wie von selber der meine wird.

Dieser Moment ist wohl auch in den schwersten Prüfungen eine Oase des Friedens und der inneren Freude. Denn auch wenn Sein Weg mit uns schwer sein mag, so haben wir doch die Gewissheit, dass wir einem Freund, dem Freund unserer Seele (durch unser Treue zu Ihm Freude bereiten. So wird der Bogen der Geige nicht zum Feind, gegen den die Geige versucht anzukämpfen, sondern zum notwendigen Gegenstück, welches meinen authentischen Klang freisetzt.

Instrumente spielen nie für sich selber, sondern immer für andere und in Harmonie mit anderen; so sollte es wenigstens sein. Auch die Beziehung zu Christus ist nicht etwas nur auf uns bezogenes. Ein schönes Spiel bereichert uns, das auf jeden Fall: nur eine klangvoll spielende Geige ist wirklich sie selber. Aber die Schönheit des Tones dient den anderen. Unsere Beziehung zu Gott bereichert uns: wie dankbar müssen wir dafür sein! Aber Christus möchte mit unserer Hilfe den Ton der Liebe verbreiten und möglichst viele Herzen mit Seiner Melodie erwärmen.

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