Heiliges Land (III)

Blick aufs Tote Meer

Blick aufs Tote Meer

Ich möchte in dieser Betrachtung die Gedanken weiterstricken, die ich schon im Text über das Herz Jesu erwähnt habe und nochmals auf die Stelle in Ezechiel 47 zurückkommen.

Wenn man auf das Tote Meer blickt, ist man von der Schönheit dieser Gegend beeindruckt, aber auch von der Dürre und Trockenheit. Dann im Toten Meer zu schwimmen ist noch beeindruckender. Denn das Wasser ist unglaublich rein und sauber, aber eben tot.

Mit dieser Erfahrung wird auch die Prophezeiung in Ezechiel 47 viel lebendiger. Die Stelle ist bekannt, ich habe sie auch schon erwähnt: aus dem Tempel fließt ein kleiner Bach, der immer stärker anwächst und zu einem reißenden Strom wird, den man nicht mehr überqueren kann.

Was bewirkt dieser Strom? „Als ich zurückging, sah ich an beiden Ufern des Flusses sehr viele Bäume. Er sagte zu mir: Dieses Wasser fließt in den östlichen Bezirk, es strömt in die Araba hinab und läuft in das Meer, in das Meer mit dem salzigen Wasser. So wird das salzige Wasser gesund.“ (Ez 47, 7-8) Salzige Wasser werden wieder gesund. Das innere Leben des Wassers, welches durch zu viel Salz zum innere Tod führt, wird durch das süße Wasser aus dem Tempel wiederbelebt.

Wir haben schon erwähnt, dass dieses innere Leben das Leben ist, welches aus dem Herzen Jesu strömt (siehe „Herz Jesu“). Deswegen war Johannes so darauf erpicht, dieses Geschehnis in seinem Evangelium so hervorzuheben. Den Reichtum der Bilder kann man noch mehr erfassen, wenn man Johannes 4 ließt.

Aber einen Gedanken möchte ich noch weiterführen. Christus sagt selber: „Vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ (Joh 4, 14). Eine neue Dimension: Christus tränkt uns nicht nur mit lebendigem Wasser, sondern er gibt uns Wasser, das in uns zur Quelle des Lebens für andere wird.

„Von En-Gedi bis En-Eglajim werden Fischer am Ufer des Meeres stehen und ihre Netze zum Trocknen ausbreiten. Alle Arten von Fischen wird es geben, so zahlreich wie die Fische im großen Meer. (…) An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen. Ihr Laub wird nicht welken und sie werden nie ohne Frucht sein. Jeden Monat tragen sie frische Früchte; denn das Wasser des Flusses kommt aus dem Heiligtum. Die Früchte werden als Speise und die Blätter als Heilmittel dienen.“ (Ez 47, 10. 12)

So ist ein Leben, welches in Einheit und ständiger Verbundenheit mit der Quelle des Lebens schlechthin ist, Erfrischung und Reichtum für andere. Wichtig: denn hier verbindet sich die Berufung zur persönlichen Bekehrung als Zuwendung zu Christus mit der Zuwendung zu den Nächsten. Alles in einer Bewegung, einer Dynamik, einem Weg, einer Kraft.

 

 

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