Erster Advent und Christkönig

Murillo, Christus der Gute Hirte

Murillo, Christus der Gute Hirte

Am heutigen ersten Adventssonntag möchte ich eine Reihe Betrachtungen anfangen, die eine Vertiefung der Sonntagslesungen des Advents sein sollen.

Das liturgische Jahr ist immer eine Einheit. Wir leben in einer schon bestehenden Fülle: Christus ist Mensch geworden, ist für uns gestorben, ist für uns auferstanden und hatSeine Kirche gegründet, die ihre letzte Erfüllung im Himmelreich findet, aber auch schon jetzt versteckt vollkommen ist. Wenn wir nun jedes Jahr die Geheimnisse Christi feiern und uns nun“ schon wieder“ auf Weihnachten vorbereiten, dann um immer wieder diese Fülle in unserem Leben aufblühen zu lassen. Die Erinnerung eines Ereignisses – so wie es die Juden verstehen – ist eine Vergegenwärtigung. Die Feier des Passahfestes war für die Juden ein echtes Teilhaben am Exodus. Dies überträgt sich nun auch auf unsere Feier der Geheimnisse des Lebens Christi. Wir sind „Zeitgenossen der Geheimnisse Christi“, wie der Hl. Johannes Paul II so schön sagte. Weiterlesen

Gott im Kleiderschrank?

Mit Christus ist eine neue, zuvor nicht so präsente Dimension ins geistliche Leben, vielleicht sogar in die Religion selber, eingedrungen: die Intimität. Man muss nur die Tagebücher so vieler Heiliger lesen und kann sich ein Bild davon machen. Ein Bischof in Mexiko, der zur Zeit der Christenverfolgung um 1920 herum gelebt hat schrieb:

In dieser Zeit (der Verfolgung), ist Jesus zum Gipfel seiner Herablassung und seiner Vertraulichkeit gestiegen; er versteckt sich in Kleiderschränken und Möbeln; man empfängt Ihn zu jeder Zeit am Tag und in der Nacht, und ohne zuvor gefastet zu haben: die Gläubigen empfangen ihn per Hand; sie bringen ihn von einem Ort zum anderen. Einigen Personen, die sich über diese Seine Herablassung wunderten und sie sogar beklagten, anwortete ein Priester: „Die Liebe bringt ihn dazu…!“

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