Puer natus est nobis

Hl. Familie mit dem Vogel, Murillo

Hl. Familie mit dem Vogel, Murillo

Schon einmal habe ich über diesen „gottgewollter Knick“ gesprochen: d.h. dass wir etwas Erstaunliches, Erhabenes und auch Geheimnisvolles im Handeln Gottes erwarten, und Er sich auf einmal ganz anders präsentiert. Wenn wir die Adventsliturgie in diesen Wochen betrachtet haben, dann hat sich unser Herz geweitet und wir ersehnen die Erlösung und das Heil. Wir ersehnen vielleicht auch einen Gott, der nun ein für alle Mal Probleme und Leid beseitigt, unsere Schwächen tilgt, und sich eben als Allherrscher zeigt. Dann aber hören wir in der lateinische Weihnachtsliturgie  diesen wunderbaren Choral: Puer natus est nobis (um eine Aufnahme von der Benediktinerabtei Santo Domingo de Silos zu hören, hier klicken).

Puer natus est nobis
Et filius datus est nobis
Cuius imperium super humerum eius
Et vocabitur nomen eius
Magni consilii Angelus

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Geistlicher Spürsinn

2013-05-18_vigilia de Pentecostés en San Pedro-72

Petersdom

 Vierter Advent

Im alten Testament gibt es ein ständig wiederholtes Versprechen: „Sie werden mein Volk sein und ich werde ihr Gott sein!“ Wir finden es in Jeremia, in Ezechiel und auch in den Psalmen. In Ezechiel ist dieses Versprechen („Ich befreie sie von aller Sünde, die sie in ihrer Untreue begangen haben, und ich mache sie rein. Dann werden sie mein Volk sein und ich werde ihr Gott sein.“ Ezechiel 37, 23) verbunden mit der Verheißung Gottes, unter den Seinen zu wohnen:

Ich schließe mit ihnen einen Friedensbund; es soll ein ewiger Bund sein. Ich werde sie zahlreich machen. Ich werde mitten unter ihnen für immer mein Heiligtum errichten und bei ihnen wird meine Wohnung sein. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein. Wenn mein Heiligtum für alle Zeit in ihrer Mitte ist, dann werden die Völker erkennen, dass ich der Herr bin, der Israel heiligt. (Ezechiel 37, 26)

Diese Verheißung kann mal wohl mit Recht als die Königin aller Verheißungen bezeichnen. Denn hier schwingt schon auf besondere Weise die entgültige Wiederherstellung des Himmelreiches mit: ein Ewiger Bund, in welchem Gott ganz Gott ist und unter uns wohnt und wir bei Ihm sein dürfen. Die erste Lesung des vierten Adventssonntags spielt genau auf diese Verheißung an (auch wenn natürlich die Ereignisse im Buch Samuel älter als die Prophezeiungen in Ezechiel sind). Weiterlesen

Die Schwerkraft der Liebe Gottes

Der dritte Advent

Sendung des einzig Wahren Hirten, Sehnsucht nach Ihm, Reinigung um uns mit Ihm zu vereinen waren die Themen der letzten Adventsbetrachtungen.

Der dritte Advent stellt uns den Hirten vor: wer ist Christus, der Hirte, der unsere innere Sehnsucht nach Liebe und Erfüllung, aber auch nach Friede unter uns, erfüllt?

Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung, (…) damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. (Jes 61, 1-2a)

Es reicht diesen Text zu lesen, um aufzuhorchen. Es reicht ihn zu betrachten und uns seine ganze Reichweite vor Augen zu halten, um eine neue himmlische Freude in uns zu erfahren. Vielleicht ist oft das Problem der Kirche nicht so sehr Gott und seine Botschaft, sondern eher unsere Unfähigkeit diese Wahrheiten zu erfassen und uns von ihnen ansprechen zu lassen! Weiterlesen

Das Wunder der Wüste

Betrachtung zum zweiten Advent

Feofan_predtecha

Ikone des Hl. Johannes des Täufers

 

Christkönig hat unsere Erwartung auf den Echten Hirten angeregt, der erste Advent die Sehnsucht nach ihm entzündet. Die Lesungen des zweiten Advents sollen uns nun helfen uns innerlich vorzubereiten. Denn das Wunderbare unseres Glaubens ist es ja, dass wir uns nicht vertrösten müssen auf ein zukünftiges Kommen, dass immer im Halbdunkel bleibt, sondern dass Christus ständig kommt. Und wir uns deswegen auch ständig vorbereiten, um Ihm eine angenehme Ankunft zu bereiten.

Im Evangelium des zweiten Adventssonntag ist ein zentrales Thema die Bekehrung. „So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden“ (Mk 1,4). Die Auswirkung auf diesen Aufruf des Hl. Johannes des Täufers ist jedoch erstaunlich: „Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen“ (Mk 1,5). Dass man zu ihm herauszieht, vielleicht nicht so sehr: zu berühmten Personen fährt man hin und nicht andersrum. Aber es ist doch interessant, dass die Juden weg von Jerusalem ziehen, um die Umkehr zu suchen. Eigentlich ist ja das Pilgern nach Jerusalem Zeichen und Bewegung zur Umkehr. Weiterlesen