Die Schwerkraft der Liebe Gottes

Der dritte Advent

Sendung des einzig Wahren Hirten, Sehnsucht nach Ihm, Reinigung um uns mit Ihm zu vereinen waren die Themen der letzten Adventsbetrachtungen.

Der dritte Advent stellt uns den Hirten vor: wer ist Christus, der Hirte, der unsere innere Sehnsucht nach Liebe und Erfüllung, aber auch nach Friede unter uns, erfüllt?

Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung, (…) damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. (Jes 61, 1-2a)

Es reicht diesen Text zu lesen, um aufzuhorchen. Es reicht ihn zu betrachten und uns seine ganze Reichweite vor Augen zu halten, um eine neue himmlische Freude in uns zu erfahren. Vielleicht ist oft das Problem der Kirche nicht so sehr Gott und seine Botschaft, sondern eher unsere Unfähigkeit diese Wahrheiten zu erfassen und uns von ihnen ansprechen zu lassen!

So kann man viel von Maria und ihrem Magnifikat lernen. Denn hier treffen wir auf ein Herz, welches sich mit aller Demut vor die Wahrheit stellt und die Konsequenzen daraus zieht: „Gott ist in mir Mensch geworden. Das heißt, dass nun Gott wirklich unter uns wohnt, und alles Neu ist, eine neue Dimension bekommen hat!“ Dies kann nur Freude und Dankbarkeit in uns hervorrufen.

Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. (Lk 1, 46- 49)

Der Mensch gewöhnt sich an vieles, vielleicht sogar an alles. Man muss sich immer wieder herausreißen aus dieser Routine und Schwerkraft. Immer wieder neu das Staunen und somit die Dankbarkeit erlernen! Papst Benedikt XVI sprach in einer Predigt genau über diese Schwerkraft welche das Irdischen ausübt:

Viel ist der Menschheit gelungen: Wir können fliegen. Rund um die Welt können wir uns sehen und hören und sprechen. Und doch ist die Schwerkraft, die uns nach unten zieht, mächtig. Mit unserem Können ist nicht nur Gutes gewachsen. (Benedikt XVI, Palmsonntag, 17. April 2011) 

Und weiter schreibt er:

Die Väter haben gesagt, daß der Mensch im Schnittpunkt zweier Schwerkraftfelder stehe. Da ist zunächst die Schwerkraft, die nach unten zieht – in die Selbstsucht, in die Lüge und ins Böse hinein; die Schwerkraft, die uns erniedrigt und von der Höhe Gottes entfernt. Auf der anderen Seite steht die Schwerkraft der Liebe Gottes: Das Geliebtsein von ihm und die Antwort unserer Liebe zieht uns nach oben. Zwischen dieser doppelten Gravitation steht der Mensch, und alles käme darauf an, daß er dem Schwerefeld des Bösen entrinnt und frei wird, sich ganz von der Schwerkraft Gottes anziehen zu lassen, die uns wahr macht, die uns Höhe gibt, die uns die wahre Freiheit schenkt. (idem)

Wenn nun die Weihnachtsbotschaft ist, dass Christus „den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung“ (Jes 61, 2), dann ist dies eine Aufforderung uns von diesem Stern anziehen zu lassen und uns nie mehr von im wegbewegen zu wollen. „Oh mein geliebter Stern! Fessel mich, damit ich mich niemals von deiner Ausstrahlung befreien kann“ (Selige Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit).  Weihnachten ist die Schwerkraft der Liebe Gottes, die uns nach oben ziehen möchte. Christus ist die Tür zu diesem „Magnetfeld der Liebe Gottes“. Die Reinigung, welchen wir angesprochen haben, ist das sich befreien von allem, was uns nach unten zieht. Dies bedeutet keine Verachtung des Weltlichen, sondern ein Ordnen alles Weltlichen auf Christus hin.

Allmächtiger und barmherziger Gott, deine Weisheit allein zeigt uns den rechten Weg.

Lass nicht zu, dass irdische Aufgaben und Sorgen uns hindern, deinem Sohn entgegenzugehen.

Führe uns durch dein Wort und deine Gnade zur Gemeinschaft mit ihm,

der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

(Tagesgebet des zweiten Advents)

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