„Eure Wege sind nicht meine Wege“ 

Betrachtung zur Fastenzeit

Naaman und der Prophet Elischa

Naaman und der Prophet Elischa, Abraham van Dijck

Die Lesungen des Montags der zweiten Fastenwoche bietet uns die Geschichte des Feldherren des Königs Aram an. Eine bekannte Stelle, die helfen kann, den tiefen Sinn der Fastenzeit zu erfassen. Mit einer Art lection divinis möchte ich einige Betrachtungen über die Fastenzeit und unsere Vorbereitung auf die Karwoche anbieten. Denn diese Geschichte bietet uns viele verschiedene Anregungspunkte für unser Leben in Christus.

Naaman ist ein angesehener Mann, tapfer, ein Feldherr. Dass es nun der Ruf einer Sklavin ist, welchem er folgt, ist interessant. Ein anscheinend unbedeutendes Kind fordert den wahrscheinlich zweitmächtigsten Mann im Reich auf, seinem Rat zu folgen.

Israel wurde von Gott immer als ein priesterliches Volk angesehen. „Mir gehört die ganze Erde, ihr aber sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören“ (Ex 19,6). Das heißt, Israel erfüllt eine Heilssendung für die Völker seiner Zeit. So wird dieses kleine und schwache Kind, Opfer der Sklaverei aber eben Teil des Heiligen Volkes,  zum Instrument des Heiles eines mächtigen Mannes.

Das übernatürliche Heil kommt auf unbedeutenden und oft überraschenden Wegen zu uns. Wir kontrollieren vieles in unserem Leben; vielleicht oft zu viel. Unbedeutende Ereignisse können dann ganz unvermittelt unser Leben umkrempeln.

Dieses Muster finden wir in der ganzen Episode Naamans vor. Mit Gefolge und Geschenken findet Naaman sich beim jüdischen König ein, und muss erfahren, dass dort keine Heilung zu finden sei. Das Treffen mit Elischa entspricht nicht den Vorstellungen Naamans. Ein Bote wird zu ihm geschickt, welcher ihm sagt, was zu tun sei. Eine Demütigung für einen so mächtigen Mann.

Wir sind hier vor zwei parallelen Strömungen. Zum einen die Erwartung Naamans:

Ich dachte, er würde herauskommen, vor mich hintreten, den Namen Jahwes, seines Gottes, anrufen, seine Hand über die kranke Stelle bewegen und so den Aussatz heilen. (2 Könige 5,11)

Zum anderen das Werk Gottes, welches auf ganz anderen Wegen und Ebenen arbeitet.

Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege – Spruch des Herrn. So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege. (Is 55,8-9)

Gottes Werk zeigt sich auch in einer äußeren Handlung: „Geh und wasch dich siebenmal im Jordan! Dann wird dein Leib wieder gesund, und du wirst rein“ (2 Könige 5,10). Doch liegt die Kraft nicht im Zauber der Handlung, sondern im Gehorsam zu dem was Gott aufträgt. Gott bricht den Stolz Naamans (wieder durch die Diener: „doch seine Diener traten an ihn heran und redeten ihm zu“), um Seine heilende Kraft wirken zu lassen.

Dies ist in der Fastenzeit so wichtig: Reinigung ist kein Zauber. Sie ist ein inneres Annehmen des Willen Gottes über unser Leben. Wenn die Fastenzeit oder die Ereignisse im Leben, an unserem Stolz nagen und ihn oft auch brechen, dann versteckt sich dahinter oft die Pädagogik eines Gottes, der unser bestes will.

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