Immanuel

Ostern oder Weihnachten?

Auferstandene Christus, St. Moritz, Augsburg

Auferstandener Christus, St. Moritz, Augsburg

Als die Hl. Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, sich zum Christentum bekehrte, war einer ihrer ersten Reaktionen ins Hl. Land zu fahren, um die Reliquien der Passion Christi zu sammeln und nach Rom zu bringen. Für uns heute, die wir oft innerlich so fern von der Reliquienverehrung sind, eher unverständlich. Was hat die Kaiserin Helena dazu veranlasst?

Die Revolution Christi, seine Menschwerdung, Passion und Auferstehung. Für die römische Kultur war das Göttliche eine nicht zu erreichende Phantasiewelt. Übernatürlich, abgesondert und ohne wirkliche Verbindung mit den Menschen; eine Welt für sich, sei es in der Moral, sei es in der Lebensweise. Nicht wirklich ergründbar; vielleicht ein bisschen erfassbar durch die Sagen und Mythen. Kunst, Philosophie und Kult waren ein Versuch sich dem Göttlichen zu nähern. Aber das Göttliche näherte sich nicht dem Menschlichen. Übernatürliches und Menschliches blieben getrennt.

Man kann kaum ermessen, wie gewaltig für die Kaiserin Helena die Menschwerdung Gottes war. Christentum war nun auf einmal keine Religion mehr, wie im ursprünglichen Sinne; nicht mehr die menschliche Anstrengung sich Gott zu nähern. Hier nähert sich Gott, als Person, dem Menschen. Damit ist alles auf den Kopf gestellt.

Nun versteht man, dass diese Spuren Gottes auf Erden, das Kreuz Christi, die Nägel der Passion, der Kalvarienberg selber, das Grab, einen ganz anderen Wert bekommen. Denn wie schon im Alten Testament die Patriarchen (Abraham, Isaak,…) die Orte als heilig betrachteten, in denen ein besonderer Kontakt mit Gott hergestellt wurde, so sehr viel mehr jene Orte, in denen Christus, der Mensch gewordene Gott, gelebt und gelitten hat. Diejenigen, die im Heiligen Land waren wissen um die Kraft der Aussage: „Hier war Christus!“.

So fallen in Christus Person und Botschaft zusammen. Er ist wirklich der „Immanuel“, Gott mit uns:

Ich werde mitten unter ihnen für immer mein Heiligtum errichten und bei ihnen wird meine Wohnung sein. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein. (Ez 37, 26)

Was hier weihnachtliche Botschaft zu sein scheint, ist auch die echte Botschaft der Auferstehung. Gott, der für uns Mensch geworden ist und gelitten hat, um uns zu erlösen, bleibt nun als lebendiger Gott unter uns. Denn Erlösung hat als Ziel die Wiedervereinigung mit Gott. Diese Wiedervereinigung verwirklicht sich schon jetzt durch die Anwesenheit des auferstandenen Gottes unter uns. Hier erfassen wir auch die Kraft der Eucharistie. Nur wenn Eucharistie wirklich Christus selber ist, ist Auferstehung wirklich geschehen.

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