Wo deine »Synthese« liegt, da ist dein Herz!

Pelikan

Pelikan- Symbol Christi, der uns mit seinem Leib ernährt.

Wo deine »Synthese« liegt, da ist dein Herz. (Papst Franziskus, Evangelii gaudium 143)

Was mag das bedeuten? Was ist eine Synthese? Synthese könnte man definieren als: der Punkt, von dem man alles in Einem erfasst. Es geht nicht nur um einen oberflächlichen Überblick, sondern das tiefgreifende Verständnis einer Ganzheit. Nun wende man dies aufs Leben an: suchen wir nicht immer nach einer Synthese? Oder in anderen Worten: nach dem Sinn im Leben? Dem, was unserem Leben die wirkliche Einheit gibt? Nichts bringt den Menschen mehr aus dem Gleichgewicht als die Unstimmigkeit seiner inneren Motivationen, die fehlende Kohärenz in seinem Leben: ich bin von diesem oder jenem überzeugt, bringe aber mein konkretes Verhalten nicht in Einklang mit meiner Überzeugung. Wie sehr spricht uns der Ausruf des Hl. Paulus aus dem Herzen: „Denn ich begreife mein Handeln nicht: Ich tue nicht das, was ich will, sondern das, was ich hasse“ (Rm 7, 15). Der Apostel jedoch bleibt nicht dabei stehen, sondern sucht die Einheit in seinem Leben, so dass er ausrufen kann:

(…) bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist. (Eph 4, 3-6)

Weiterlesen

Sind wir konsequent?

Anbetung des Lammes, Jan Van Eyck

Anbetung des Lammes, Jan Van Eyck

Das Referendum über die Homoehe in Irland hat hohe Wellen geschlagen. Interviews, Kommentare, Artikel, ein unglaubliches Hin und Her. Man bemerkt einerseits Erschrecken, Verstörung, einige versuchen dem mainstream hinterherzuhecheln, um nicht ganz unter die Räder der öffentlichen Meinung zu geraten, und für andere sollte man sich nicht so viel daraus machen, denn es sei wohl ein ganz normaler Schritt, der irgendwann kommen musste, und „das ist gut so“. Unruhe in der Kirche herrscht; der Schlag kann nur schlecht verarbeitet werden. Der Druck ist groß, denn gegen die gelebte Homosexualität zu sprechen scheint heute so abstrus zu sein, wie zu behaupten, dass die Sonne im Osten untergeht und nicht im Westen. Und dass dies alles auch noch im einst so katholischen Irland geschehen ist, gießt noch mehr Öl in die Wunde. Wie ist das möglich, fragt man sich? Andere jedoch sagen: endlich… endlich haben wir es in Europa geschafft, die mittelalterliche Tradition der katholischen Kirche zu überwinden und einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft zu gehen. Eins ist klar: wir stehen (und das nun schon über Jahrzehnte) vor einem unglaublichen Umschwung innerhalb der Gesellschaft und scheinen immer noch nicht wirklich zu wissen, wie man sich als Christ und Katholik auf diesen einstellen muss. Was ist das Ergebnis?

Weiterlesen