Gottesberg Horeb

Dritter Fastensonntag

Gottesberg Horeb

Gottesberg Horeb

In dieser dritten Betrachtung zu Fastenzeit möchte ich nochmals auf die Geschichte Israels zurückkommen. Denn die erste Lesung des heutigen Sonntags führt uns an den Anfang der Beziehung zwischen Gott und Mose. Dabei sticht ein Muster hervor, welches wir im ganzen Exodus wiederfinden, wie auch bei der Flucht Elijas vor Isebel (1 Könige 19).

„Eines Tages trieb er (Mose) das Vieh über die Wüste hinaus und kam zum Gottesberg Horeb.“ (Ex 3,1). Mose unternimmt eine Reise durch die Wüste. Schon in der ersten Betrachtung zur Fastenzeit habe ich die Wüste als den Ort angesprochen, in welchem wir alles Unnötige beiseite legen, um allein von Gott zu leben. Dieses „von Gott leben“ – „meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat“ (Joh 4,34)- spiegelt sich klar wieder in der Wüstenwanderung des Volkes Gottes von Ägypten nach Kanaan, wie auch in der Wanderung Elijas zum Gottesberg Horeb (1 Könige 19,4). Das Volk Gottes wie Elija leben von dem Brot welches Ihnen Gott reicht. Die Fastenzeit, für uns eine „gesuchte“ Wüste, bringt uns zu dem zurück, was allein uns wahrlich nährt: Gottes Brot, die Eucharistie.

Mose jedoch, wie das Volk und Elija, gehen „über die Wüste hinaus“, um „zum Gottesberg Horeb“, welcher der Berg Sinai ist, zu kommen. Interessant ist, dass der Berg Sinai in der Wüste liegt. Was mag das bedeuten? Gerade dort, wo wir nurmehr auf Gott bauen können und von allem anderen entwöhnt sind, finden wir Gott. So ist die Wüste selber ein Ort, um Gott zu finden. Sie hilft uns, in die Höhe zu steigen, auf einen Berg, um auf einer neuen Ebene Gott zu erreichen. Gotteserfahrung findet somit in der Wüste, aber auf einem Berg statt. Wir lernen die Welt von einer neuen Perspektive aus zu sehen, der des Glaubens.

Diese Gotteserfahrung, welcher Mose und Elija direkt ausgesetzt sind, beinhaltet eine Mission. Eingeleitet wird sie bei Mose mit diesen Worten: „Ich (Gott) bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen“ (Ex 3,8). Mose soll Verkünder dieser Botschaft werden und Werkzeug für die Erfüllung dieser Verheißung. Elija wird auch geschickt, um unter dem Volke einen neuen König zu salben. Gotteserfahrung bleibt nie in sich geschlossen, sondern beinhaltet immer einen Auftrag unter den Menschen.

Somit soll uns diese Fastenzeit hinführen zu Gott und in Gott zu den Menschen. Der Weg geht über die Wüsten, in welcher Gott „Alles“ für uns werden möchte, zum Berg Horeb- dem Berg der Gotteserfahrung-, um uns zu schicken unter die Völker.

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