Das Wort bewirkt was es will

Betrachtung zum alltäglichen Leben als Christ

Bernardino Poccetti, Hochzeit von Kana

Bernardino Poccetti, Hochzeit von Kana

Schon seit langem werden zu den Filmen immer auch kurze Dokumentarfilme über das Drehen des Filmes angeboten: making of… Es sind zwei Welten, die dort aufeinanderstoßen. Die Welt des Films, so wie er in den Kinos ausgestrahlt wird, und die Welt des Drehens mit seinen eigenen Regeln und Herausforderungen.

Wir leben oft mehr als Kinozuschauer denn als Filmregisseure. Die Hl. Schrift jedoch gibt uns einen Einblick in das „making of“ unseres Lebens.

In der Evangeliumsstelle von der Hochzeit in Kana, in welcher wir auf besondere Weise hinter die Bühne schauen können, überrascht mich immer dieser Satz:

So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn. Danach zog er mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinab. Dort blieben sie einige Zeit. (Johannes 2,11)

Jesus offenbarte seine Herrlichkeit: das wissen wir, da wir hinter die Bühne gesehen haben. Aber es ist wohl fraglich, ob die Gäste der Hochzeit überhaupt etwas von diesen wunderlichen und wunderbaren Ereignissen erfahren haben. Scheinbar nicht:

Er (der Verantwortliche für das Festmahl) kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. (Johannes 2,9)

Was somit der Evangelist Johannes erzählt ist was im Hintergrund geschieht. Dort fallen Maria als Regisseurin und Christus als Protagonist auf. Sie sind die wahren Hauptpersonen dieses Dramas. Sie garantieren, ob nun durch Fürbitte oder Wunder, dass der Wein nicht ausgeht, welcher als Symbol dient für das Wesentlichste und Kostbarste einer solchen Feier.

Kana ist somit Sinnbild unseres Lebens. Denn unsere geistliche Kurzsichtigkeit leitet uns oft dazu, allein die Oberfläche unseres Lebensfilms zu sehen, ohne die wirklichen Hauptrollen und Verantwortlichen zu erfassen, die hinter dem Film stecken. Das Gebet und der Glaube möchten uns jedoch in eine ganz neue Dimension hineinführen. Verbindungen und Fügungen werden zu Tage gelegt. Auf einmal öffnen sich uns ganz neue Realitäten. Auf einmal merken wir, in welchen Händen unser Leben liegt und gehegt und gepflegt wird: in denen Christi selber und seiner liebevollen Mutter.

Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht /und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; / denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf. (Psalm 127)

Die Weisheit dieses Psalmes ist die gleiche, wie die der Hochzeit von Kana. Der Schlüssel liegt darin, einer der „Seinen“ zu sein. Einer der Jünger, welche in Kana zum ersten Mal vielleicht eine tiefere Lebensweisheit erfasst hat; verstanden hat, dass Christus Herr eines jeden Lebens ist.

Somit ist das christliche Leben ein Leben des „Innehaltens“: ich öffne mein Herz, um langsam und in Ruhe das Werk Gottes in meinem Leben zu erfassen, zu bewundern, dafür zu danken und Ihm, Christus, alles zu überlassen.

Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken / und eure Wege sind nicht meine Wege – / Spruch des Herrn. So hoch der Himmel über der Erde ist, / so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege / und meine Gedanken über eure Gedanken. Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt / und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, / wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, / das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, / sondern bewirkt, was ich will, / und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe. (Jesaja 55, 8-11)

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