Gestalt der Gottesanwesenheit

Lesungen der Osternacht II

Ikone der Verklärung Christi

Ikone der Verklärung Christi

In der ersten Betrachtung über die Lesungen über die Osternacht habe ich über die Harmonie gesprochen. Die beiden ersten Lesungen möchten in uns hervorrufen was jeder Mensch tief im Herzen weiß: nur mit Gott kann ein Leben wirklich gelingen und Frieden wie auch Freude finden. Die dritte und die sechste Lesung können uns Zugang zu einem weiteren Grundstein der Heilsgeschichte geben. Lesen wir einen Teil aus der dritten Lesung:

Der Engel Gottes, der den Zug der Israeliten anführte, erhob sich und ging an das Ende des Zuges, und die Wolkensäule vor ihnen erhob sich und trat an das Ende. Sie kam zwischen das Lager der Ägypter und das Lager der Israeliten. Die Wolke war da und Finsternis, und Blitze erhellten die Nacht. So kamen sie die ganze Nacht einander nicht näher. (Ex 14, 19-20)

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Die Gestalt der Auferstehung

Lesungen der Osternacht I

Landschaft, Barend Cornelis Koekkoek

Landschaft, Barend Cornelis Koekkoek

Hans Urs von Balthasar hat eine besondere theologisch-philosophische Methode entwickelt. Er arbeitet in seiner großen Summa „Herrlichkeit“ die sogenannte „Gestalt“ verschiedener philosophischen und theologischen Systeme und auch Themen heraus. Gestalt heißt für ihn die Schönheit eines Gedankensystemes, welches versucht die Wirklichkeit in ihrer Ganzheit zu erfassen. Unter Schönheit versteht er das ausgewogene Zusammenspiel der verschiedenen Elemente, die Verbindung zwischen ihnen und deren Harmonie untereinander. Wahrheit ist für ihn so schön und symphonisch; so auch eines seiner Bücher: „Die Wahrheit ist symphonisch“.

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Immanuel

Ostern oder Weihnachten?

Auferstandene Christus, St. Moritz, Augsburg

Auferstandener Christus, St. Moritz, Augsburg

Als die Hl. Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, sich zum Christentum bekehrte, war einer ihrer ersten Reaktionen ins Hl. Land zu fahren, um die Reliquien der Passion Christi zu sammeln und nach Rom zu bringen. Für uns heute, die wir oft innerlich so fern von der Reliquienverehrung sind, eher unverständlich. Was hat die Kaiserin Helena dazu veranlasst?

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Christi Wundmale und der Hl. Thomas

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„Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meine Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“ (Joh 20, 25)

„Ich will Gott schauen“. Dieser Wunsch hat viele Menschen bewegt, unermüdlich nach Gott Ausschau zu halten. Aus den Worten des Hl. Thomas klingt diese Sehnsucht auch heraus. Das Zeugnis der Mitjünger lässt in ihm die Flamme neu auflodern. Sie erweckt von neuem eine innere Erfahrung, die er nach dem Kreuzestod Christigewaltsam unterdrückt hat: die Erfahrung Gottes in Christus. „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9). Weiterlesen