O vos omnes

Betrachtung zur Karwoche

Pietà von Michelangelo

O vos omnes qui transitis per viam: attendite et videte si est dolor sicut dolor meus. Ihr alle, die ihr des Weges zieht, schaut doch und seht, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz, den man mir angetan.“ (Klagelieder 1, 12). Diese Worte legt die Kirche der Gottesmutter, der Pietà, am Karsamstag in den Mund. Sei es der Karsamstag, aber wohl noch mehr die Betrachtung der Abnahme Jesu vom Kreuz und das Legen seines toten Leibes in den Schoß seiner Mutter, sind wohl die ergreifendsten Momente der Passion. Nach der Brutalität der Verhaftung, des Gerichts, der Geißelung, des Kreuzweges und der Kreuzigung selber, überwiegt hier eine leidvolle, aber doch tief friedliche Ruhe. Alles spricht von der Erhabenheit der Geschehnisse, die nicht banal und oberflächlich gewusst, sondern mit dem Blick der Pietà Michelangelos betrachtet werden wollen. Diese Haltung der ruhigen Betrachtung der Passion möchte in dieser Karwoche besonders gelebt werden.  Weiterlesen

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Welchen Sinn hat Leid?

Hier ein Artikel der im „Magazin der Legionäre Christi“ erschienen ist. 

Warum sind Liebe, Leid und Opfer miteinander verbunden?

Matthias Grünewald, Isenheimer Altar

Matthias Grünewald, Isenheimer Altar

Warum sind Liebe, Leid und Opfer miteinander verbunden? Warum musste Christus, um uns zu erlösen, am Kreuz sterben? Wofür sind steinige Wegabschnitte im Leben gut?

Als Christen hören wir oft, dass Liebe und Kreuz zusammengehören. Dass mit der Liebe auch das Leid kommt – Liebe und Kreuz,  das „amor et dolor“ der Lateiner, ein Zweigespann. Aber fragen wir uns nicht auch, warum das überhaupt so ist? Müssen wir das als Christen einfach so hinnehmen, weil es uns von Christus vorgelebt wurde, der für uns aus Liebe am Kreuz starb? Ganz hintergründig geht es schließlich um die Frage, warum die Liebe bei Gott so innig mit Opfer verbunden ist. Dabei spielt auch unsere Alltagserfahrung eine Rolle, denn wir bemerken, wie sehr das Leid gegen unsere Natur geht, dass es spontan ein echtes Sträuben in uns gibt gegen alles, was Leid ist.

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Sind wir konsequent?

Anbetung des Lammes, Jan Van Eyck

Anbetung des Lammes, Jan Van Eyck

Das Referendum über die Homoehe in Irland hat hohe Wellen geschlagen. Interviews, Kommentare, Artikel, ein unglaubliches Hin und Her. Man bemerkt einerseits Erschrecken, Verstörung, einige versuchen dem mainstream hinterherzuhecheln, um nicht ganz unter die Räder der öffentlichen Meinung zu geraten, und für andere sollte man sich nicht so viel daraus machen, denn es sei wohl ein ganz normaler Schritt, der irgendwann kommen musste, und „das ist gut so“. Unruhe in der Kirche herrscht; der Schlag kann nur schlecht verarbeitet werden. Der Druck ist groß, denn gegen die gelebte Homosexualität zu sprechen scheint heute so abstrus zu sein, wie zu behaupten, dass die Sonne im Osten untergeht und nicht im Westen. Und dass dies alles auch noch im einst so katholischen Irland geschehen ist, gießt noch mehr Öl in die Wunde. Wie ist das möglich, fragt man sich? Andere jedoch sagen: endlich… endlich haben wir es in Europa geschafft, die mittelalterliche Tradition der katholischen Kirche zu überwinden und einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft zu gehen. Eins ist klar: wir stehen (und das nun schon über Jahrzehnte) vor einem unglaublichen Umschwung innerhalb der Gesellschaft und scheinen immer noch nicht wirklich zu wissen, wie man sich als Christ und Katholik auf diesen einstellen muss. Was ist das Ergebnis?

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Wenn ich über die Erde erhöht bin…

 …werde ich alle zu mir ziehen (Joh 12,32)

Hl Herz Jesu Tutzinger Schwestern

Palmsonntag ist immer eher ein süß saurer Tag. Man weiß nicht, ob man sich freuen darf oder nicht. Denn der Einzug Christi in Jerusalem ist wohl ein Moment der Freude, für die Jünger und so auch für uns. Doch wird in der Messe die erste lange Leidensgeschichte gelesen und zeigt uns somit schon am Anfang der Karwoche die ganze und harte Wirklichkeit der Passion Christi.

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