Amor meus, pondus meum

Fünfter Fastensonntag

Statue des Hl. Paulus, Petersdom

Statue des Hl. Paulus, Petersdom

In deiner Gabe wollen wir ruhen, dort deiner genießen. Dort ist unsere Ruhe, unsere Stätte. Dorthin erhebt uns die Liebe und dein guter Geist erhöhet unsere Niedrigkeit über die Pforten des Todes. Im guten Willen ist Friede für uns. Ein Körper strebt durch eigenes Gewicht zu seinem Mittelpunkt. Dies Gewicht zieht ihn nicht nur nach unten, sondern zu seinem Orte. (…) Weniger geordnet, sind sie unruhig; wenn sie geordnet sind, ruhen sie. Mein Gewicht ist meine Liebe; durch sie werde ich getrieben, wohin ich immer getrieben werde. (Augustinus, Bekenntnisse, 13, 9)

„Gewicht“ und „Wichtigkeit“ sind etymologisch verbunden. In der Welt der physischen Gesetze sind schwere Körper wesentlich, um Beziehungen zu bestimmen. Vor einigen Monaten erst, wurden erstmals eine Gravitationswellen gemessen. Damit wurde bestätigt,  dass bewegliche (massive) Körper einen besonderen Einfluss auf ihre Umwelt haben und Abstände strecken und stauchen können.

Weiterlesen

Advertisements

Das Umsonst der Liebe Gottes

Betrachtung zum 4. Fastensonntag

Rembrandt van Rijn, Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

Rembrandt van Rijn, Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

Henri de Lubac spricht in seinem Buch über die Gnade von zwei grundsätzlich verschiedenen „Geschenken“ Gottes: das Geschenk der Existenz und das Geschenk des übernatürlichen Lebens. Beide sind in sich genommen unendliche Geschenke. Denn Gott musste uns nicht erschaffen. Als Er uns jedoch erschaffen hat, musste er uns nicht zum übernatürlichen Leben berufen, d.h. zur Einheit mit Ihm. Beides, Existenz und übernatürliches Leben, sind „gratuitas“.

Weiterlesen

Vom wahren Sinn der Barmherzigkeit

Gedanken zur Fastenbotschaft des Papstes

Die Liturgie am Anfang der Fastenzeit ist sehr auf die Nächstenliebe und Barmherzigkeit ausgerichtet. Wir wissen, dass diese Botschaft auch für Papst Franziskus zentral ist. Ich möchte in dieser Betrachtung versuchen heraus zu arbeiten, was hinter diesem so zentralem christlichen Aufruf nach Nächstenliebe und Barmherzigkeit steckt.

Leider scheinen die Medien das „public imaging“ des Papstes und der Kirche zu übernehmen und so wird schnell Nächstenliebe und Barmherzigkeit reduziert auf Installieren von Duschen für Bettler oder kostenloses Haareschneiden für die römischen „Barboni“. Aber es wäre nicht nur schade, Nächstenliebe darauf zu begrenzen, sondern würde ganz daneben greifen. So möchte ich anhand der Fastenbotschaft von Papst Franziskus zeigen, worum es wirklich geht. Was ist der Geist, der hinter der christlichen Nächstenliebe, die gelebt werden soll, steckt?

Weiterlesen

Logik der Menschwerdung

Sant'Ivo della Sapienza, Rom

Sant’Ivo della Sapienza, Rom

Den konkreten Willen Gottes im eigenen Leben zu erfassen, ist nicht einfach. Oft bleibt das „was“ seines Willens im Halbdunkel, und schwer zu erfassen. Aber das „wie“ dies Handeln Gottes ist oft einfacher zu begreifen. Gottes Handeln hat gewisse Muster. Wenn man diese erfasst, dann öffnen sich oft neue Horizonte im Leben und das Verständnis über Geschehnisse. Die Menschwerdung Gottes bietet uns eines dieser Muster an, eine Logik: die Logik der Menschwerdung.

Weiterlesen

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser

Advent

Hl. Katharina von Siena

Hl. Katharina von Siena

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, 

so lechzt meine Seele, Gott, nach dir. 

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. (Psalm 42)

Die Frage nach Erfüllung liegt in jedem Menschen, und ist immer schwer zu beantworten. Sie ist wie ein Stachel, den man nicht wirklich los wird. Eine Frage, die wohl immer wieder momentane Antworten findet: wenn unser Geist sich durch die Begegnung mit einem Freund, durch Musik, die uns tief bewegt, durch Kunst, einen Text, oder die Schönheit der Natur erhebt. Aber gerade die „momentane Antwort“ konfrontiert uns doch gerade mit dem Vergänglichen. Und ist so keine entgültige Antwort.

Weiterlesen

Die Macht des Orpheus

Erster Advent

Weihnachten ist neben Ostern das große christliche Fest.  Es aber einfach nur „christliches Fest“ zu nennen, wäre ungenügend.  Es ist nämlich nicht nur Fest einer bestimmten Menschengruppe. Vielmehr wird ein Ereignis „gefeiert“, welches den christlichen Rahme sprengt.

Weihnachten ist kein „Betriebsfest“, sondern Gottes Antwort auf die tiefsten Sehnsüchte des Menschen. Vier möchte ich in dieser Vorbereitung auf Weihnachten hervorheben, und sie kurz kommentieren: die Sehnsucht nach Frieden, Erfüllung, Liebe und tiefer Gemeinschaft. Dazu erlaube ich mir Brücken zu bauen zu verschiedenen klassischen Musikstücken.

Weiterlesen