Das Umsonst der Liebe Gottes

Betrachtung zum 4. Fastensonntag

Rembrandt van Rijn, Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

Rembrandt van Rijn, Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

Henri de Lubac spricht in seinem Buch über die Gnade von zwei grundsätzlich verschiedenen „Geschenken“ Gottes: das Geschenk der Existenz und das Geschenk des übernatürlichen Lebens. Beide sind in sich genommen unendliche Geschenke. Denn Gott musste uns nicht erschaffen. Als Er uns jedoch erschaffen hat, musste er uns nicht zum übernatürlichen Leben berufen, d.h. zur Einheit mit Ihm. Beides, Existenz und übernatürliches Leben, sind „gratuitas“.

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Vom wahren Sinn der Barmherzigkeit

Gedanken zur Fastenbotschaft des Papstes

Die Liturgie am Anfang der Fastenzeit ist sehr auf die Nächstenliebe und Barmherzigkeit ausgerichtet. Wir wissen, dass diese Botschaft auch für Papst Franziskus zentral ist. Ich möchte in dieser Betrachtung versuchen heraus zu arbeiten, was hinter diesem so zentralem christlichen Aufruf nach Nächstenliebe und Barmherzigkeit steckt.

Leider scheinen die Medien das „public imaging“ des Papstes und der Kirche zu übernehmen und so wird schnell Nächstenliebe und Barmherzigkeit reduziert auf Installieren von Duschen für Bettler oder kostenloses Haareschneiden für die römischen „Barboni“. Aber es wäre nicht nur schade, Nächstenliebe darauf zu begrenzen, sondern würde ganz daneben greifen. So möchte ich anhand der Fastenbotschaft von Papst Franziskus zeigen, worum es wirklich geht. Was ist der Geist, der hinter der christlichen Nächstenliebe, die gelebt werden soll, steckt?

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Logik der Menschwerdung

Sant'Ivo della Sapienza, Rom

Sant’Ivo della Sapienza, Rom

Den konkreten Willen Gottes im eigenen Leben zu erfassen, ist nicht einfach. Oft bleibt das „was“ seines Willens im Halbdunkel, und schwer zu erfassen. Aber das „wie“ dies Handeln Gottes ist oft einfacher zu begreifen. Gottes Handeln hat gewisse Muster. Wenn man diese erfasst, dann öffnen sich oft neue Horizonte im Leben und das Verständnis über Geschehnisse. Die Menschwerdung Gottes bietet uns eines dieser Muster an, eine Logik: die Logik der Menschwerdung.

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Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser

Advent

Hl. Katharina von Siena

Hl. Katharina von Siena

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, 

so lechzt meine Seele, Gott, nach dir. 

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. (Psalm 42)

Die Frage nach Erfüllung liegt in jedem Menschen, und ist immer schwer zu beantworten. Sie ist wie ein Stachel, den man nicht wirklich los wird. Eine Frage, die wohl immer wieder momentane Antworten findet: wenn unser Geist sich durch die Begegnung mit einem Freund, durch Musik, die uns tief bewegt, durch Kunst, einen Text, oder die Schönheit der Natur erhebt. Aber gerade die „momentane Antwort“ konfrontiert uns doch gerade mit dem Vergänglichen. Und ist so keine entgültige Antwort.

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Die Macht des Orpheus

Erster Advent

Weihnachten ist neben Ostern das große christliche Fest.  Es aber einfach nur „christliches Fest“ zu nennen, wäre ungenügend.  Es ist nämlich nicht nur Fest einer bestimmten Menschengruppe. Vielmehr wird ein Ereignis „gefeiert“, welches den christlichen Rahme sprengt.

Weihnachten ist kein „Betriebsfest“, sondern Gottes Antwort auf die tiefsten Sehnsüchte des Menschen. Vier möchte ich in dieser Vorbereitung auf Weihnachten hervorheben, und sie kurz kommentieren: die Sehnsucht nach Frieden, Erfüllung, Liebe und tiefer Gemeinschaft. Dazu erlaube ich mir Brücken zu bauen zu verschiedenen klassischen Musikstücken.

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Der Sprung der Evangelisierung

Lehre der Kirche und Pastoral…

#StreetFaith, Mission in Rom

#StreetFaith, Mission in Rom

Vor einigen Monaten durfte ich an Stadtmissionen in Rom (#streetfaith) teilnehmen. Scheint eigentlich ein Widerspruch in sich zu sein: Stadtmission in der Stadt, die doch das Herz der Kirche ist. Notwendig jedoch ist es, auch besonders wegen der vielen Touristen, die Rom von außen anschauen, aber nicht von innen.

Dabei hatte ich eine interessante Begegnung mit einem jungen Mädchen aus China. Wir standen vor der Kapelle Santa Barbara mit einem großen Holzkreuz, gespickt mit Anliegezetteln. Sie kommt auf uns zu und fragt ganz offen, was denn das alles bedeute. Ihr dann zu erklären wer wir sind und was wir machen, war nicht einfach. Nicht, da sie mit vielen Vorurteilen gegenhielt, sondern da sie keine Vorurteile hatte. Das hieß für mich bei Null anfangen.

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