Immanuel

Ostern oder Weihnachten?

Auferstandene Christus, St. Moritz, Augsburg

Auferstandener Christus, St. Moritz, Augsburg

Als die Hl. Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, sich zum Christentum bekehrte, war einer ihrer ersten Reaktionen ins Hl. Land zu fahren, um die Reliquien der Passion Christi zu sammeln und nach Rom zu bringen. Für uns heute, die wir oft innerlich so fern von der Reliquienverehrung sind, eher unverständlich. Was hat die Kaiserin Helena dazu veranlasst?

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Die Schönheit der Demut

Darstellung des Herrn

Darstellung des Herrn, Ikone

 

Manchmal möchte man einen Blog zurückrufen. Fast hätte ich es mit dem Letzten gemacht: die Nostalgie der Schönheit. Das braucht es jedoch nicht, aber dennoch möchte ich einen Schritt weiter gehen. Anlass dazu war das Beten über einige einfache Sätze, dir mir zugeschickt wurden:

Wir können Gott nicht besitzen. Gott muss uns nicht mit Seiner Liebe erobern; das wäre ein Schritt zurück.

In „Nostalgie der Schönheit“ haben wir darüber gesprochen, wie Gott Antwort, einzige echte Antwort, auf unser inneres Sehnen und auch oft unsere innere Leere ist. Schönheit wollen wir besitzen, ganz und gar. Dieser existentielle Schritt ist berechtigt und wir müssen ihn gehen. Unsere Unzulänglichkeit bringt uns dazu, nach einer Erfüllung zu suchen, welche wir als Rettung empfinden. Unsere Nostalgie nach Größerem, Schönerem, Besserem müssen wir an der Hand nehmen und sie zur Fülle und Freude in Gott und an Gott führen.

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Die Nostalgie der Schönheit

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Kuppel des Petersdom

Beim Hören von Kompositionen von Bach oder auch Beethoven, aber im Allgemeinen, wenn es sich um Kunst und Schönheit handelt, mischt sich in die Freude am Stück leicht auch eine innere Nostalgie. So für mich persönlich bei dieser Stelle des 5. Klavierkonzertes von Beethoven:

Ausschnitt aus dem ersten Satz des Konzertes, gespielt von Alfred Brendel (mit Sir Simon Rattle).

Ich empfinde diese Melodie als himmlische Glocken, die uns rufen. Noch können wir dem Ruf nicht ganz folgen. Deshalb schleicht sich etwas Trauriges hinein. Eine Sehnsucht. Auch die Ohnmacht, dieses Schöne zwar zu hören, es auch innerlich zu erfassen, aber nicht ganz zu besitzen. Weiterlesen

Geistlicher Spürsinn

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Petersdom

 Vierter Advent

Im alten Testament gibt es ein ständig wiederholtes Versprechen: „Sie werden mein Volk sein und ich werde ihr Gott sein!“ Wir finden es in Jeremia, in Ezechiel und auch in den Psalmen. In Ezechiel ist dieses Versprechen („Ich befreie sie von aller Sünde, die sie in ihrer Untreue begangen haben, und ich mache sie rein. Dann werden sie mein Volk sein und ich werde ihr Gott sein.“ Ezechiel 37, 23) verbunden mit der Verheißung Gottes, unter den Seinen zu wohnen:

Ich schließe mit ihnen einen Friedensbund; es soll ein ewiger Bund sein. Ich werde sie zahlreich machen. Ich werde mitten unter ihnen für immer mein Heiligtum errichten und bei ihnen wird meine Wohnung sein. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein. Wenn mein Heiligtum für alle Zeit in ihrer Mitte ist, dann werden die Völker erkennen, dass ich der Herr bin, der Israel heiligt. (Ezechiel 37, 26)

Diese Verheißung kann mal wohl mit Recht als die Königin aller Verheißungen bezeichnen. Denn hier schwingt schon auf besondere Weise die entgültige Wiederherstellung des Himmelreiches mit: ein Ewiger Bund, in welchem Gott ganz Gott ist und unter uns wohnt und wir bei Ihm sein dürfen. Die erste Lesung des vierten Adventssonntags spielt genau auf diese Verheißung an (auch wenn natürlich die Ereignisse im Buch Samuel älter als die Prophezeiungen in Ezechiel sind). Weiterlesen

Gott im Kleiderschrank?

Mit Christus ist eine neue, zuvor nicht so präsente Dimension ins geistliche Leben, vielleicht sogar in die Religion selber, eingedrungen: die Intimität. Man muss nur die Tagebücher so vieler Heiliger lesen und kann sich ein Bild davon machen. Ein Bischof in Mexiko, der zur Zeit der Christenverfolgung um 1920 herum gelebt hat schrieb:

In dieser Zeit (der Verfolgung), ist Jesus zum Gipfel seiner Herablassung und seiner Vertraulichkeit gestiegen; er versteckt sich in Kleiderschränken und Möbeln; man empfängt Ihn zu jeder Zeit am Tag und in der Nacht, und ohne zuvor gefastet zu haben: die Gläubigen empfangen ihn per Hand; sie bringen ihn von einem Ort zum anderen. Einigen Personen, die sich über diese Seine Herablassung wunderten und sie sogar beklagten, anwortete ein Priester: „Die Liebe bringt ihn dazu…!“

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Heiliges Land (II)

Gottgewollter Knick

Christus und der Hl. Franziskus

Kreuz auf dem Berg Tabor

„Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: ‚Steht auf, habt keine Angst!‘ Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus.! (Mt, 17, 6-8)

Was generell schon als Abklingen der Erzählung der Verklärung Christi auf dem Berg Tabor aufgefasst wird, möchte ich hier ins Zentrum rücken. Beim Lesen dieser Stelle errinnerte ich mich daran, dass vor einigen Wochen jemand zu mir sagte: Jesus liebt das Verstecktspiel. Wenn man sich an die Auferstehungsszene der Jünger von Emmaus errinnert, wird verständlich, was damit gemeint war. Der Moment seiner Offenbarung ist gleichzeitig Moment auch seines sich Versteckens. Weiterlesen