Welchen Sinn hat Leid?

Hier ein Artikel der im „Magazin der Legionäre Christi“ erschienen ist. 

Warum sind Liebe, Leid und Opfer miteinander verbunden?

Matthias Grünewald, Isenheimer Altar

Matthias Grünewald, Isenheimer Altar

Warum sind Liebe, Leid und Opfer miteinander verbunden? Warum musste Christus, um uns zu erlösen, am Kreuz sterben? Wofür sind steinige Wegabschnitte im Leben gut?

Als Christen hören wir oft, dass Liebe und Kreuz zusammengehören. Dass mit der Liebe auch das Leid kommt – Liebe und Kreuz,  das „amor et dolor“ der Lateiner, ein Zweigespann. Aber fragen wir uns nicht auch, warum das überhaupt so ist? Müssen wir das als Christen einfach so hinnehmen, weil es uns von Christus vorgelebt wurde, der für uns aus Liebe am Kreuz starb? Ganz hintergründig geht es schließlich um die Frage, warum die Liebe bei Gott so innig mit Opfer verbunden ist. Dabei spielt auch unsere Alltagserfahrung eine Rolle, denn wir bemerken, wie sehr das Leid gegen unsere Natur geht, dass es spontan ein echtes Sträuben in uns gibt gegen alles, was Leid ist.

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Amor meus, pondus meum

Fünfter Fastensonntag

Statue des Hl. Paulus, Petersdom

Statue des Hl. Paulus, Petersdom

In deiner Gabe wollen wir ruhen, dort deiner genießen. Dort ist unsere Ruhe, unsere Stätte. Dorthin erhebt uns die Liebe und dein guter Geist erhöhet unsere Niedrigkeit über die Pforten des Todes. Im guten Willen ist Friede für uns. Ein Körper strebt durch eigenes Gewicht zu seinem Mittelpunkt. Dies Gewicht zieht ihn nicht nur nach unten, sondern zu seinem Orte. (…) Weniger geordnet, sind sie unruhig; wenn sie geordnet sind, ruhen sie. Mein Gewicht ist meine Liebe; durch sie werde ich getrieben, wohin ich immer getrieben werde. (Augustinus, Bekenntnisse, 13, 9)

„Gewicht“ und „Wichtigkeit“ sind etymologisch verbunden. In der Welt der physischen Gesetze sind schwere Körper wesentlich, um Beziehungen zu bestimmen. Vor einigen Monaten erst, wurden erstmals eine Gravitationswellen gemessen. Damit wurde bestätigt,  dass bewegliche (massive) Körper einen besonderen Einfluss auf ihre Umwelt haben und Abstände strecken und stauchen können.

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Das Umsonst der Liebe Gottes

Betrachtung zum 4. Fastensonntag

Rembrandt van Rijn, Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

Rembrandt van Rijn, Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

Henri de Lubac spricht in seinem Buch über die Gnade von zwei grundsätzlich verschiedenen „Geschenken“ Gottes: das Geschenk der Existenz und das Geschenk des übernatürlichen Lebens. Beide sind in sich genommen unendliche Geschenke. Denn Gott musste uns nicht erschaffen. Als Er uns jedoch erschaffen hat, musste er uns nicht zum übernatürlichen Leben berufen, d.h. zur Einheit mit Ihm. Beides, Existenz und übernatürliches Leben, sind „gratuitas“.

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Vom wahren Sinn der Barmherzigkeit

Gedanken zur Fastenbotschaft des Papstes

Die Liturgie am Anfang der Fastenzeit ist sehr auf die Nächstenliebe und Barmherzigkeit ausgerichtet. Wir wissen, dass diese Botschaft auch für Papst Franziskus zentral ist. Ich möchte in dieser Betrachtung versuchen heraus zu arbeiten, was hinter diesem so zentralem christlichen Aufruf nach Nächstenliebe und Barmherzigkeit steckt.

Leider scheinen die Medien das „public imaging“ des Papstes und der Kirche zu übernehmen und so wird schnell Nächstenliebe und Barmherzigkeit reduziert auf Installieren von Duschen für Bettler oder kostenloses Haareschneiden für die römischen „Barboni“. Aber es wäre nicht nur schade, Nächstenliebe darauf zu begrenzen, sondern würde ganz daneben greifen. So möchte ich anhand der Fastenbotschaft von Papst Franziskus zeigen, worum es wirklich geht. Was ist der Geist, der hinter der christlichen Nächstenliebe, die gelebt werden soll, steckt?

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„Eure Wege sind nicht meine Wege“ 

Betrachtung zur Fastenzeit

Naaman und der Prophet Elischa

Naaman und der Prophet Elischa, Abraham van Dijck

Die Lesungen des Montags der zweiten Fastenwoche bietet uns die Geschichte des Feldherren des Königs Aram an. Eine bekannte Stelle, die helfen kann, den tiefen Sinn der Fastenzeit zu erfassen. Mit einer Art lection divinis möchte ich einige Betrachtungen über die Fastenzeit und unsere Vorbereitung auf die Karwoche anbieten. Denn diese Geschichte bietet uns viele verschiedene Anregungspunkte für unser Leben in Christus.

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