Mit dem Herzen sprechen

Zweite Betrachtung zum Herz-Jesu Monat

Zeichnung von der Hl. Therese von Lisieux

Zeichnung von der Hl. Therese von Lisieux

„Mit dem Herzen sieht man am besten“, so der kleine Prinz. Das Herz deutet uns eine Richtung. Es ist ein Kompass, der hilft unser echtes und einziges Ziel zu erreichen: Gott. Voraussetzung dafür ist ein tiefe, persönliche Aufrichtigkeit gegenüber dem, was wir als das Richtige und Wahre „erspüren“.

Aber mit dem Herzen spricht man auch am besten. Es geht um sehr viel mehr als ein nettes und ein bisschen süßliches „Sprechen mit dem Herzen“. Es geht um die Beziehung zu Gott. Mit und in dieser Beziehung steht und fällt alles in unserem Leben. Ich erlaube mir, einige Gedanken von Joseph Ratzinger zum Thema „Herz“ zu erwähnen.

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Der Kleine Prinz

„Man sieht nur mit dem Herzen gut“

"Man sieht nur mit dem Herzen gut", Der Kleine Prinz

 Der Kleine Prinz

Bonum Faciendum, Malum Vitandum. Dies ist die Grundregel der Moral. Pflicht, Pflichtbewusstsein, gewissenhaftes Leben, Erfüllen der Erwartungen, Verantwortungsbewusstsein und Gewissenhaftigkeit. Alles Werte, die besonders in unserer Kultur geschätzt werden.  „Das macht man so“ ist wohl die Grundregel, die keiner anzweifeln darf.

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Wo deine »Synthese« liegt, da ist dein Herz!

Pelikan

Pelikan- Symbol Christi, der uns mit seinem Leib ernährt.

Wo deine »Synthese« liegt, da ist dein Herz. (Papst Franziskus, Evangelii gaudium 143)

Was mag das bedeuten? Was ist eine Synthese? Synthese könnte man definieren als: der Punkt, von dem man alles in Einem erfasst. Es geht nicht nur um einen oberflächlichen Überblick, sondern das tiefgreifende Verständnis einer Ganzheit. Nun wende man dies aufs Leben an: suchen wir nicht immer nach einer Synthese? Oder in anderen Worten: nach dem Sinn im Leben? Dem, was unserem Leben die wirkliche Einheit gibt? Nichts bringt den Menschen mehr aus dem Gleichgewicht als die Unstimmigkeit seiner inneren Motivationen, die fehlende Kohärenz in seinem Leben: ich bin von diesem oder jenem überzeugt, bringe aber mein konkretes Verhalten nicht in Einklang mit meiner Überzeugung. Wie sehr spricht uns der Ausruf des Hl. Paulus aus dem Herzen: „Denn ich begreife mein Handeln nicht: Ich tue nicht das, was ich will, sondern das, was ich hasse“ (Rm 7, 15). Der Apostel jedoch bleibt nicht dabei stehen, sondern sucht die Einheit in seinem Leben, so dass er ausrufen kann:

(…) bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist. (Eph 4, 3-6)

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Wenn ich über die Erde erhöht bin…

 …werde ich alle zu mir ziehen (Joh 12,32)

Hl Herz Jesu Tutzinger Schwestern

Palmsonntag ist immer eher ein süß saurer Tag. Man weiß nicht, ob man sich freuen darf oder nicht. Denn der Einzug Christi in Jerusalem ist wohl ein Moment der Freude, für die Jünger und so auch für uns. Doch wird in der Messe die erste lange Leidensgeschichte gelesen und zeigt uns somit schon am Anfang der Karwoche die ganze und harte Wirklichkeit der Passion Christi.

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Christus und Petrus

Liebesgeständnis

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Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! (Joh 21,15)

Diese gegenseitige Liebeserklärung ist wohl die einzige so direkte in den Evangelien. Sie befindet sich am Ende des Johannesevangeliums, als ob sie diesem einen rundenden Abschluss gegeben solle. Ein Nachwort, um nochmals zum Ausdruck zu bringen, dass das Herzstück der Botschaft Christi die Liebe ist: „Ein neues Gebot gebe ich euch: wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ (Joh 13, 34).

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Herz Jesu

 Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.

Sacred Heart, Tutzinger Schwestern

„Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.“ (Joh 19, 32-37)

Immer hat mich diese Stelle ein bisschen verwundert. Und zwar das Betonen des Hl. Johannes, dass er es mit eigenen Augen gesehen hat und sein Zeugnis wahr ist. Dreifach sogar: er hat es gesehen, sein Zeugnis ist wahr, und er war sich dessen bewusst, dass es wahr ist. Weiterlesen