Vom wahren Sinn der Barmherzigkeit

Gedanken zur Fastenbotschaft des Papstes

Die Liturgie am Anfang der Fastenzeit ist sehr auf die Nächstenliebe und Barmherzigkeit ausgerichtet. Wir wissen, dass diese Botschaft auch für Papst Franziskus zentral ist. Ich möchte in dieser Betrachtung versuchen heraus zu arbeiten, was hinter diesem so zentralem christlichen Aufruf nach Nächstenliebe und Barmherzigkeit steckt.

Leider scheinen die Medien das „public imaging“ des Papstes und der Kirche zu übernehmen und so wird schnell Nächstenliebe und Barmherzigkeit reduziert auf Installieren von Duschen für Bettler oder kostenloses Haareschneiden für die römischen „Barboni“. Aber es wäre nicht nur schade, Nächstenliebe darauf zu begrenzen, sondern würde ganz daneben greifen. So möchte ich anhand der Fastenbotschaft von Papst Franziskus zeigen, worum es wirklich geht. Was ist der Geist, der hinter der christlichen Nächstenliebe, die gelebt werden soll, steckt?

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Puer natus est nobis

Hl. Familie mit dem Vogel, Murillo

Hl. Familie mit dem Vogel, Murillo

Schon einmal habe ich über diesen „gottgewollter Knick“ gesprochen: d.h. dass wir etwas Erstaunliches, Erhabenes und auch Geheimnisvolles im Handeln Gottes erwarten, und Er sich auf einmal ganz anders präsentiert. Wenn wir die Adventsliturgie in diesen Wochen betrachtet haben, dann hat sich unser Herz geweitet und wir ersehnen die Erlösung und das Heil. Wir ersehnen vielleicht auch einen Gott, der nun ein für alle Mal Probleme und Leid beseitigt, unsere Schwächen tilgt, und sich eben als Allherrscher zeigt. Dann aber hören wir in der lateinische Weihnachtsliturgie  diesen wunderbaren Choral: Puer natus est nobis (um eine Aufnahme von der Benediktinerabtei Santo Domingo de Silos zu hören, hier klicken).

Puer natus est nobis
Et filius datus est nobis
Cuius imperium super humerum eius
Et vocabitur nomen eius
Magni consilii Angelus

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Die Liebe ist langmütig

Familie, Ehe und Liebe

Hl. Familie, G. Vasari, Andrea del Sarto

Hl. Familie, G. Vasari, Andrea del Sarto

„Die Liebe ist langmütig“ (1 Kor 13, 4).

Die Bischofssynode über die Familie (aktuelle Nachrichten siehe hier) geht ihrem Ende zu. Viel wurde über Ehe, Scheidung, Kommunion,… diskutiert. Ohne in die konkrete pastorale Thematik eindringen zu wollen, möchte ich einige Betrachtungen anbieten, welche einen Aspekt der Liebe herausarbeiten wollen. Liebe ist Grundlage jeden Ehelebens und ich glaube, jeden Lebens im allgemeinen. Das richtige Verständnis von Liebe öffnet uns den Weg zur Treue und somit zur Freude in der Liebe, das falsche Verständnis zum Egoismus und damit zum Frust.

„Die Liebe ist langmütig“, so Paulus in seinem Hohelied der Liebe. Dreimal wird in der Bibel ausdrücklich ein Bild benutzt, welches das „Langmütige“ der Liebe näher erläutern kann. Es ist das Bild des Baumes am Wasser.

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Heiliges Land (III)

Blick aufs Tote Meer

Blick aufs Tote Meer

Ich möchte in dieser Betrachtung die Gedanken weiterstricken, die ich schon im Text über das Herz Jesu erwähnt habe und nochmals auf die Stelle in Ezechiel 47 zurückkommen.

Wenn man auf das Tote Meer blickt, ist man von der Schönheit dieser Gegend beeindruckt, aber auch von der Dürre und Trockenheit. Dann im Toten Meer zu schwimmen ist noch beeindruckender. Denn das Wasser ist unglaublich rein und sauber, aber eben tot.

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Christus und Petrus

Liebesgeständnis

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Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! (Joh 21,15)

Diese gegenseitige Liebeserklärung ist wohl die einzige so direkte in den Evangelien. Sie befindet sich am Ende des Johannesevangeliums, als ob sie diesem einen rundenden Abschluss gegeben solle. Ein Nachwort, um nochmals zum Ausdruck zu bringen, dass das Herzstück der Botschaft Christi die Liebe ist: „Ein neues Gebot gebe ich euch: wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ (Joh 13, 34).

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Heiliges Land (II)

Gottgewollter Knick

Christus und der Hl. Franziskus

Kreuz auf dem Berg Tabor

„Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: ‚Steht auf, habt keine Angst!‘ Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus.! (Mt, 17, 6-8)

Was generell schon als Abklingen der Erzählung der Verklärung Christi auf dem Berg Tabor aufgefasst wird, möchte ich hier ins Zentrum rücken. Beim Lesen dieser Stelle errinnerte ich mich daran, dass vor einigen Wochen jemand zu mir sagte: Jesus liebt das Verstecktspiel. Wenn man sich an die Auferstehungsszene der Jünger von Emmaus errinnert, wird verständlich, was damit gemeint war. Der Moment seiner Offenbarung ist gleichzeitig Moment auch seines sich Versteckens. Weiterlesen