Vom wahren Sinn der Barmherzigkeit

Gedanken zur Fastenbotschaft des Papstes

Die Liturgie am Anfang der Fastenzeit ist sehr auf die Nächstenliebe und Barmherzigkeit ausgerichtet. Wir wissen, dass diese Botschaft auch für Papst Franziskus zentral ist. Ich möchte in dieser Betrachtung versuchen heraus zu arbeiten, was hinter diesem so zentralem christlichen Aufruf nach Nächstenliebe und Barmherzigkeit steckt.

Leider scheinen die Medien das „public imaging“ des Papstes und der Kirche zu übernehmen und so wird schnell Nächstenliebe und Barmherzigkeit reduziert auf Installieren von Duschen für Bettler oder kostenloses Haareschneiden für die römischen „Barboni“. Aber es wäre nicht nur schade, Nächstenliebe darauf zu begrenzen, sondern würde ganz daneben greifen. So möchte ich anhand der Fastenbotschaft von Papst Franziskus zeigen, worum es wirklich geht. Was ist der Geist, der hinter der christlichen Nächstenliebe, die gelebt werden soll, steckt?

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Leid, wo ist dein Stachel?

Wood Crucifix

Immer wieder erstaunen mich die Worte des sogenannten guten Schächers:

„Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lk 23, 40- 43).

Sie sind nicht zu unterschätzen, denn sie bekennen zweierlei: erstens, die oft so geheimnisvolle Verbindung zwischen unseren Verfehlungen und Sünden und dem Leid, dem wir jeden Tag begegnen. Zweitens das Wissen, dass dies nicht alles sein kann. Wir sind gemacht für etwas anderes, für ein Paradies, für das Gute, welches der Gute Schächer anfängt intuitiv zu erfassen. Sein Herz sagt ihm, dass dieser Gekreuzigte neben ihm, das Gute innehat und ihm schenken kann.

Er weiß, dass die Lage Christi eine ganz andere ist, als die seine und die seines Mitverbrechers. Dieser Jesus am Kreuz bringt etwas Neues: das Leiden für andere.

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